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Worauf es beim Impact Investing wirklich ankommt

Aktualisiert: 27. Nov. 2023


Impact Investing erlebt derzeit einen Boom, da immer mehr Menschen und Unternehmen den Wert und die Notwendigkeit erkennen, in zukunftsweisende Lösungen mit einem positiven sozialen und ökologischen Fußabdruck zu investieren. Dabei stellen sich Investor:innen oft die Frage: Wie kann ich sicherstellen, dass mein Geld wirklich einen Unterschied macht?


Es muss um mehr als nur Geld gehen


Ein erfolgreiches Investment basiert nicht nur auf finanziellen Kennzahlen, sondern vor allem auf einer starken und vertrauensvollen Beziehung zwischen Investor und Gründer. Es geht darum, einen Partner an seiner Seite zu haben, der nicht nur finanziell, sondern auch ideell hinter der Vision des Start-ups steht. Klar möchte man am Ende als Investor:in einen finanziellen Return on Invest. Aber gerade deshalb sollten Investor:innen nicht nur Kapital, sondern auch Wissen und ein belastbares Netzwerk für die Gründer:innen bereitstellen, das ihnen bei der Lösung ihrer Probleme hilft. Gerade deshalb ist die Identifikation mit der Vision der Startups, in die man als Investor investiert, essentiell.


Bei better ventures verfolgen wir ein besonderes Credo: Wir haben ein Netzwerk von Gründer:innen für Gründer:innen geschaffen. Dieses Credo bedeutet, dass wir nicht nur finanziell, sondern auch mit unserer Erfahrung, unserem Know-how und unserer Leidenschaft investieren. Wir vereinen mittlerweile über 60 Business Angel, die ehemalige Gründer:innen sind oder selbst noch unternehmerisch aktiv sind und die Welt zum Besseren verändern wollen. Sie alle eint der Antrieb, die größten Probleme unserer Zeit zu lösen. Mithilfe ihrer funktionalen Expertise in ihrer jeweiligen Branche helfen sie den Startups. Es sind diese (ehemaligen) Erfahrungen als Unternehmer:in, die es uns ermöglichen, die Herausforderungen und Chancen, denen Start-ups gegenüberstehen, wirklich zu verstehen – und dafür Lösungen zu finden, die mehr als nur Geld brauchen.


Das Problem muss wirklich groß sein


Die Erderwärmung ist einer der größten Herausforderung unserer Zeit. Umso wichtiger ist es, dass Investor:innen in Lösungen investieren, die unsere Klimakrise an der Wurzel anpacken und beheben möchten. Wir achten bei unseren Investments entlang unserer Impactfelder People (Health, Education, New Work) und Planet (Climate, Resources, Ecosystems) deshalb darauf, dass der Hebel möglichst groß ist bzw. die Geschäftsmodelle der Startups eine systemische Veränderung bewirken und wirklich nachhaltig sind. Das schließt zum Beispiel Startups aus, die bestimmte Konsumgüter einfach fair und nachhaltiger produzieren aus. Auf der anderen Seite gibt es Startups wie 42watt, das die Vision verfolgt, Bestandsimmobilien klimaneutral zu machen oder everdrop, die bereits 10 Millionen Einwegplastikflaschen eingespart haben.


Das Team muss wirklich gut sein


Gleichwohl gilt: Jede, wirklich jede Idee steht und fällt mit dem Gründer:innen-Team. Und gerade für Frühphasen-Investor:innen sind sie von noch größerer Bedeutung, weil noch kein voll funktionsfähiges Geschäftsmodell existiert. Deshalb achten wir bei Gründer:innen-Teams auf ganz unterschiedliche Faktoren, die gegeben sein müssen. Unter anderem sollten Gründer:innen eine hohe funktionale Diversität aufweisen, damit sie sich optimal in ihrem Skillset ergänzen. Außerdem sind eine hohe intrinsische Motivation und Leidenschaft für das Thema essentiell genauso wie eine hohe Problemlösungskompetenz. Wir fragen diese Eigenschaften mittels einer dafür eigens entwickelten Teamevaluation ab, um sicherzugehen, dass wir nicht nur unserem Bauchgefühl vertrauen.


Der Impact muss wirklich messbar sein


Ein ganz wichtiger Punkt beim Thema Impact Investing ist natürlich das Thema Wirkung. Die große Frage, die hierbei entsteht: Wie können Startups ihren Impact messen? Denn es gibt bisher keine einheitlichen Key Performance Indikatoren (KPIs) für Impact gibt. Auch deshalb, weil jedes Startup zugeschnittene KPIs benötigt und zwischen Output und Outcome unterscheiden muss. Insbesondere für die Messung des Outcomes braucht es mitunter extra Umfragen bei den jeweiligen Kund:innen. So ist es zum Beispiel etwas völlig anderes, wenn ein Startup die Hörfähigkeit von Menschen verbessert – aber natürlich ist das auch Impact – als die Reduktion von Plastikflaschen. Hier ein gutes System zu finden, das den Impact nachvollziehbar und messbar macht, ist eine Herausforderung, bei der wir die Teams auch gerne unterstützen.


Mit Impact Investment haben wir die einmalige Chance, die Fixsterne unserer Ökonomie zu verschieben


Durch Impact Investment öffnet sich uns das Tor zu einer Transformation, die weit über bloße Zahlen und Gewinnmargen hinausgeht. Es handelt sich um eine Chance, die fundamentalen Prinzipien unserer Ökonomie neu auszurichten und den wahren Wert von nachhaltigem und sozialem Engagement zu erkennen. Wenn sowohl Investor:innen als auch Startups diese Vision teilen und sich gemeinsam für diese Veränderung einsetzen, können wir inmitten dieser herausfordernden Epoche eine kraftvolle Richtungsänderung herbeiführen. Dabei geht es nicht nur um den Wandel selbst, sondern um die Neugestaltung der Fixsterne unserer Wirtschaftswelt. Die Zukunft wird nicht durch Zögern oder Zurückhaltung geprägt, sondern durch Mut und Entschlossenheit – erst recht in der Krise. In diesem Sinne sollten wir uns immer wieder daran erinnern: Jede Investition ist mehr als nur eine finanzielle Entscheidung. Sie ist ein Stimmzettel für die Zukunft, auf dem wir unsere Vision und Hoffnung für kommende Generationen verewigen. Es liegt an uns allen, bewusst zu entscheiden, welchen Weg wir einschlagen möchten.


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Über Tina Dreimann


Tina Dreimann ist Mitgründerin und Geschäftsführerin von better ventures und möchte als Investorin die Fixsterne unserer Ökonomie verschieben. Mit better ventures beschleunigt sie Gründer:innen, indem sie über die erste Angel-Finanzierung hinaus relevante unternehmerische Erfahrung und ein relevantes Netzwerk mitbringt. Vor ihrer Zeit als Investorin hat sie diverse Startups mit aufgebaut, u. a. einen Company Builder geführt, eine Dating-Plattform skaliert und die kartenmacherei zum führenden New Work Unternehmen mit geprägt. Sie ist überzeugt, dass wertegetriebene Unternehmer:innen die Welt verbessern und dass man Profit nicht über Impact stellen darf, sondern Impact der wahre Profit ist. Tina Dreimann ist aktives Mitglied des Beirats für Junge Digitale Wirtschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz von Robert Habeck und 2023 mit dem German Startup Award als „Investorin des Jahres” ausgezeichnet worden.



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