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ESG und Immobilien: Kann das Solarpaket 1 eine Chance für Investoren, Mieter und die Umwelt sein?

Von Julian Schulz, Gründer metegrid


Die Bedeutung nachhaltiger Investitionen und grüner Immobilien nimmt zu, wobei ESG-Kriterien immer mehr die Entscheidungsfindung von Investoren und Unternehmern beeinflussen. Das "Solarpaket 1" könnte hierbei ein wegweisendes Instrument sein, das nicht nur die Umweltbilanz von Immobilien verbessert, sondern auch finanzielle Vorteile für Investoren und Mieter bietet.


Das Paket zielt darauf ab, den Ausbau von Photovoltaik-Anlagen in Deutschland zu fördern und die heimische Solarindustrie zu stärken. Es beinhaltet Resilienzmaßnahmen, um die Importabhängigkeit zu verringern und die lokale Produktion von Photovoltaik-Komponenten anzukurbeln. Als wesentlicher Bestandteil der Energiewende sollten Deutschland und Europa keine zusätzliche Importabhängigkeit im Bereich der Solarwirtschaft riskieren. Allerdings spalten sich hier gerade die Meinungen nicht nur in der Bundesregierung, sondern auch bei uns Akteuren in der Solarbranche in Deutschland. Während Photovoltaik-Hersteller eine rasche Einführung und Umsetzung dieser Maßnahmen in den Medien Deutschlands befürworten, äußern sich die großen Installationsunternehmen wie z.B. Enpal negativ. 


Als Unternehmen, das sich auf nachhaltige Energieversorgung für Gebäude mittels Mieterstrom konzentriert, liegt unser Fokus auf der Bedeutung eines stabilen und nachhaltigen Energieversorgungssystems für die Zukunftsfähigkeit unserer Städte und Gemeinden. Der mit Abstand wichtigste Aspekt des “Solarpakets 1” für Unternehmen wie uns ist das Thema gemeinschaftliche Gebäudeversorgung. Diese soll die Installation und den Betrieb von PV-Anlagen auf Mehrfamiliengebäuden vereinfachen und damit den Ausbau vorantreiben. Durch die gemeinschaftliche Nutzung der Solaranlage können die Kosten gesenkt und der Ausbau der Solarenergie beschleunigt werden. Ein wichtiger Fortschritt beim Solar-Entscheid ist, dass es dann nur noch den Verkauf von PV-Strom und nicht mehr den Reststrom umfasst. Das bedeutet, dass Mieter zwei separate Verträge haben werden - einen mit dem Energielieferanten für den Strom, wenn die Sonne nicht scheint, und einen mit dem Vermieter für den Solarstrom. Dadurch entfällt für den Vermieter die Notwendigkeit, Reststrom einzukaufen. Die Messtechniken, die derzeit noch recht teuer und daher eher für große Gewerbeeinheiten geeignet sind, könnten aktuell noch ein Hindernis darstellen. Bei metergrid arbeiten wir mit Hochdruck an Lösungen, um die Messtechnik kostengünstiger zu machen und damit für alle ein attraktives Angebot zu schaffen. 


Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung bietet mit der Nutzung von Solarenergie in Mehrfamilienhäusern also viele Vorteile für alle Beteiligten. Wir sind zuversichtlich, dass das "Solarpaket 1" in Kombination mit unseren Lösungen positiv dazu beitragen kann, eine nachhaltige und kostengünstige Energieversorgung für alle zu schaffen. Deshalb sehe ich den Entscheid als Weg für eine verstärkte Integration von Photovoltaik-Anlagen in die Gebäudeinfrastruktur, was nicht nur zu einer dezentralisierten Energieerzeugung führen, sondern auch die Resilienz unserer Energieversorgungssysteme erhöhen kann. Unterstützend kann es die Transformation hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft vorantreiben und gleichzeitig wirtschaftliche Vorteile für Investoren und Mieter schaffen, was maßgeblich dazu beiträgt, eine lebenswerte und umweltfreundliche Zukunft für alle zu gestalten. Obwohl noch kein fester Zeitpunkt für die endgültige Beratung im Bundestag feststeht, bleiben wir bei metergrid gespannt und positiv gestimmt.

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